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Was ist die Cloud?

Eine Cloud (englisch für Wolke) ist die Abkürzung für Cloud Computing und steht für Speicher, Rechenleistung oder Softwareprodukte, die man nutzen kann, obwohl sie nicht auf dem lokalen Rechner vorhanden sind. Über das Internet wird dabei eine Verbindung zu einem oder mehreren entfernten Rechner aufgebaut, deren Speicher beispielsweise dann gegen Bezahlung genutzt werden kann.

Wie funktioniert eine Cloud?

Noch vor wenigen Jahren, als Computer noch nicht so weit verbreitet waren, war es durchaus normal, dass auf einem Computer mehrere Benutzer angelegt waren. Darin hatten die verschiedenen Personen in einem Haushalt ihre Dateien abgespeichert oder Programme installiert. Obwohl alle Bilder von den verschiedenen Nutzern physisch auf dem einen Rechner abgelegt waren, hatten die Nutzer, ohne das Passwort der anderen, lediglich Zugriff auf die eigenen Bilder. Wenn also ein Vater nicht das Passwort der Tochter kannte, konnte er nicht die Bilder ihres Nutzers anschauen, obwohl sie auf demselben Rechner lagen.

Zugriff von Usern auf die zentrale Infrastruktur | Quelle: Autor

So ähnlich funktioniert auch das Prinzip von Cloud Computing, zumindest im Speicherbereich. Dabei nutzen viele verschiedene Nutzer eines oder mehrere Geräte, das sie über das Internet erreichen können. Obwohl ihre Daten möglicherweise auf einem Computer abliegen, können sie nur ihre eigenen Informationen einsehen, da die Informationen über Nutzer geschützt sind.

Wofür benötigt man eine Cloud?

In den Anfängen der Cloud wurde der Begriff vor allem mit dem Kauf von zusätzlichem Speicherplatz in Verbindung gebracht, da dies damals der Haupteinsatz war. Heutzutage hingegen begegnet uns das Konzept in den verschiedensten Anwendungen.

Neben der Speichernutzung sind auch andere Einsatzmöglichkeiten denkbar. So kann man auch gezielt Rechenleistung über Anbieter beziehen, beispielsweise um ein Machine Learning Modell trainieren zu lassen, welches auf dem eigenen Rechner sonst ein vielfaches der Zeit benötigen würde. Genauso gibt es auch Software, die lediglich über einen Internetzugang nutzbar ist und dafür nicht mehr lokal installiert werden muss.

Welche Arten von Cloud gibt es?

Clouddienstleistungen unterscheidet man im Allgemeinen nach deren Organisationsform, also zum einen wer für die Instandhaltung der Infrastruktur verantwortlich ist und auch welche Personen darauf einen Zugriff haben. Dabei werden die folgenden Arten unterschieden:

  • Public: Bei einer Public Cloud handelt es sich um Produkte, die über das Internet einer großen Masse zentral zur Verfügung gestellt und genutzt werden können. Die Abrechnung dieser Dienste erfolgt dabei meist mithilfe eines Abo-Modells, jedoch kann die Nutzung auch bis zu einem gewissen Grad kostenlos sein. Klassische Beispiele aus dem Bereich Public sind Google Docs oder die Angebot von Microsoft Azure und Apple.
  • Private: Für Unternehmen und Organisationen ist die Nutzung von öffentlich zugänglichen Programmen oft ein akutes Sicherheitsrisiko, das vor allem bei sensiblen Daten nicht eingegangen werden sollte. Deshalb setzen diese auf sogenannte Private Clouds. Dabei verwalten die internen IT-Abteilungen die bereitgestellte Infrastruktur und nur dem Mitarbeiterkreis wird Zugriff auf die Ressourcen gewährt.
  • Hybrid: Während das Public-Modell vor allem große Sicherheitslücken aufweist, ist das Private Modell meist teuer im Unterhalt und lohnt sich erst für Firmen mit einer gewissen Größe. Deshalb nutzen viele die sogenannte Hybrid Cloud, welche das Beste aus beiden Welten verbindet. Die Anwendungen, die besonders kritisch sind, werden dabei intern bereitgestellt, während unkritischere Daten bei Public Anbietern ausgelagert werden können.

Welche Arten von Cloud-Servicemodellen gibt es?

Bei Servicemodellen handelt es sich um die Möglichkeiten, wie ein Anbieter Rechenleistung oder ähnliches zur Verfügung stellen kann, welches der Anwender dann in Anspruch nimmt. Das Gegenteil zu diesen Servicemodellen sind sogenannte On-Site oder On-Premise Software. Hierbei liegt die Verantwortung für den Betrieb, die Daten, die Server und vieles mehr bei der Organisation, welche das System schlussendlich auch nutzt. Obwohl diese Architektur viel Arbeit und Verantwortung mit sich bringt, vertrauen noch einige Unternehmen auf diesen Ansatz, da dann gewährleistet ist, dass sensible Daten nicht das Unternehmen verlassen.

Bei Infrastructure as a Service (IaaS) wird die Verwaltung von Servern, Datenspeicher und Netzwerk von einem externen Anbieter in der Cloud übernommen. Der Kunde hingegen greift über eine Schnittstelle auf die gemietete Infrastruktur zu und nutzt diese. Beim Nutzer bleibt jedoch die Verantwortung für das restliche System, also beispielsweise die Applikationen, Daten oder das Betriebssystem. Dies bedeutet auch, dass der Nutzer die volle Verantwortung für mögliche Ausfälle oder Reparaturen trägt.

Unterschiede zwischen On-site, IaaS, PaaS und SaaS | Quelle: redhat.com

Die nächste Stufe ist dann Platform as a Service (PaaS) bei der neben der Infrastruktur auch die Softwareplattform in der Cloud des Anbieters zur Verfügung gestellt wird. Diese Möglichkeit kommt beispielsweise zum Einsatz, wenn Applikationen programmiert werden sollen. Es ist vergleichbar mit einer virtuellen Maschine, welche vom Anbieter bereitgestellt wird. Dem Nutzer bleibt dann noch die Hoheit über die installierten Programme, alle andere Verantwortung liegt hingegen beim Anbieter.

Die letzte Ausbaustufe in diesem Aufbau ist dann schließlich Software as a Service (SaaS) bei dem alle vorherigen Stufen und zusätzlich auch die Software selbst vom Anbieter in der Cloud betrieben werden.

Welche sind die besten Cloudanbieter?

Im Bereich der Speichernutzung sieht meine persönliche Rangliste von den bekanntesten Cloudanbietern wie folgt aus:

  1. Google Drive: In der kostenfreien Version bietet Google Drive im Vergleich die größte Speicherkapazität von 15 GB. Außerdem lässt sich damit ohne Probleme gleichzeitig an Dateien arbeiten, weshalb es besonders gut für Projekte, wie Präsentationen oder gemeinsame Paper geeignet ist, bei denen mehrere Personen immer den neuesten Dateistand aufrufen müssen. Jedoch bietet Google Drive nur eine begrenzte Kompatibilität zu manchen Microsoft Office Programmen, was in der täglichen Arbeit stören kann.
  2. Microsoft OneDrive: OneDrive bietet zwar in der kostenlosen Version nur 5 GB Speicherplatz, hat dafür aber ein sehr starkes Preis-Leistungsverhältnis in den einzelnen Abo-Stufen. Zusätzlich ist es natürlich perfekt kompatibel mit allen Office-Programmen und eignet sich bei der Nutzung von Windows Geräten.
  3. Apple iCloud: Die Apple iCloud ist im Leistungsumfang sehr vergleichbar mit OneDrive und ein absolutes Muss für viele Apple-Nutzer. Die iCloud ermöglicht das reibungslose Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Geräten aus dem Apple-Universum. Eigentlich teilen sich iCloud und OneDrive den zweiten Platz. Die Unterscheidung hängt wirklich nur davon ab, welche Marke man bevorzugt.
  4. Dropbox: In diesem Vergleich belegt Dropbox mit 2 GB kostenlosen Speicher einen der hinteren Plätze. Das Urgestein im Bereich der Cloud-Speichernutzung bietet jedoch noch immer gute Funktionalitäten, vor allem im Bereich der Sicherheit und stellt damit ein gutes System zur Backuperstellung dar.
  5. Amazon Drive: Auch Amazon bietet mittlerweile die Möglichkeit Speicher über Amazon Drive zu nutzen. Wie bei den Mitbewerbern ist ein kostenloser Speicher von 5 GB inklusive. Außerdem können Amazon Prime Kunden unbegrenzt Bilder in der Cloud speichern.

On-Premise vs. Cloud

Da On-Premises und Cloud zwei sehr konträre Konzepte sind, lohnt es sich die Vor- und Nachteile des einen Systems genauer zu betrachten. Die Vorteile von On-Premises sind in den meisten Fällen auch die Nachteile von On-Premises und umgekehrt.

In den letzten Jahren ist der Datenschutz immer mehr in den Vordergrund gerückt. Bei On-Premises Anwendungen verlassen interne Daten nicht die firmeninternen Netzwerke. Somit ist sichergestellt, dass kein Außenstehender an brisante Daten gelangen kann, außer er verschafft sich unerlaubten Zugang zum Netzwerk. In einer Cloud-Umgebung hingegen verlassen teils sensible Daten das Unternehmen und es besteht keine Kontrolle, was mit ihnen geschieht. Zwar können mit Cloudanbietern Vereinbarungen über die Datenverarbeitung getroffen werden, jedoch besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko.

Zusätzlich macht man sich mit On-Premises Anwendungen unabhängiger von Internetausfällen oder Netzwerkproblemen. Durch das lokale Bereitstellen von Software oder Daten kann auch ohne Internet gearbeitet werden. Das ist mit Cloud Anwendungen hingegen nicht der Fall.

Durch On-Premises Anwendungen hat man jedoch die Möglichkeit einen hohen Grad an Personalisierung zu erreichen. Cloud-Anbieter bieten oft nur einen begrenzten Leistungsumfang, der für einen Großteil der Kunden ausreichend ist. Trotzdem kann dies für manche Unternehmen nicht ausreichend sein, weshalb On-Premise Software die Möglichkeit bietet, die Anwendung für die benötigten Möglichkeiten zu personalisieren.

Beim Kostenfaktor liegt die Cloud in vielerlei Hinsicht vorne. Zum einen müssen nicht extra kostenintensive Server und deren Infrastruktur angeschafft werden, zum anderen muss diese auch nicht aufwändig durch Personal in Stand gehalten werden. Dadurch lassen sich hohe Fixkosten bei der Beschaffung und variable Kosten bei der Instandhaltung vermeiden. Ein weiterer Kostenfaktor ist die Einrichtung von Backups, die im Fall der Cloud beim Anbieter liegt. Gleichzeitig können auch Vertragsstrafen vereinbart werden, die bei einem Ausfall des System über einen gewissen Zeitraum fällig werden. Somit kann das Risiko der Anwendung nahezu komplett ausgelagert werden.

Das solltest Du mitnehmen

  • Cloud ist die Abkürzung für Cloud Computing und steht für Speicher, Rechenleistung oder Softwareprodukte, die man nutzen kann, obwohl sie nicht auf dem lokalen Rechner vorhanden sind.
  • Im Allgemeinen unterscheidet man drei verschiedene Arten von Cloud, nämlich Public, Private und Hybrid. Sie unterscheiden sich darin, welche Nutzer Zugriff haben und wer die Geräte dahinter verwaltet.
  • Darüber hinaus haben sich sogenannte Servicemodelle entwickelt, die verschiedene Stufen von On-Premise Servern zu kompletten Infrastrukturen in der Cloud beschreiben.

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  • In diesem Beitrag werden die verschiedenen Servicemodelle im Detail erklärt.
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